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Feierliche Einführung als Direktor am Amtsgericht Singen
Datum: 08.10.2026
Kurzbeschreibung: Pressemitteilung
Nr. 4/2026
Stephan Elsner feierlich als Direktor des Amtsgerichts Singen eingeführt
Im MAC Museum in Singen wurde am 6. Oktober 2026, Stephan Elsner als neuer Direktor des Amtsgerichts Singen in sein Amt eingeführt. Herr Elsner leitet das Gericht seit Mai 2026. Zuvor war die Stelle seit Januar 2024 unbesetzt, nachdem sein Amtsvorgänger Johannes Daun als Vizepräsident an das Landgericht Waldshut-Tiengen gewechselt war.
Zahlreiche Gäste aus Politik, Justiz und Verwaltung feierten die Amtseinführung des neuen Direktors des Amtsgerichts Singen.
In seiner Ansprache dankte der Präsident des Landgerichts Konstanz, Christoph Reichert, Herrn Daun für seine erfolgreiche Leitung des Gerichts von 2017 bis 2024 und allen, die in der Vakanz Leitungsaufgaben zusätzlich übernommen hatten. Den geplanten Erweiterungsbau des Amtsgerichts bezeichnete er als dringend notwendig, um die „nicht mehr tragbare Situation“ mit der Außenstelle in der Julius-Bührer-Straße zu beenden und das Gericht wieder an einem Standort zusammenzuführen. Der Stadt Singen dankte er für ihre Unterstützung: „Die Stadt steht zu ihrem Amtsgericht.“
In seiner Rede hob Präsident Reichert die Bedeutung des Amtsgerichts hervor: Hier begegneten die Menschen dem Rechtsstaat am unmittelbarsten. Entscheidend sei, gehört zu werden – „das ist meist noch wichtiger, als Recht zu bekommen“. Angesichts weltweiter Gefährdungen der Demokratie betonte er die Unabhängigkeit der Richterinnen und Richter: „Eine Demokratie ohne Rechtsstaat ist wie ein Fass ohne Boden.“ Die Justiz müsse die Menschen dort ansprechen, wo sie sind, auch in den sozialen Medien, und ihnen respektvoll, unparteiisch und menschlich begegnen. Die Mitarbeiter in der Justiz so zu führen, dass sie den Anspruch an eine transparente und menschliche Justiz umsetzen könnten, sei Aufgabe der Führungskräfte.
Stephan Elsner stammt aus Hessen, absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann und studierte anschließend Rechtswissenschaften in Konstanz, wo er auch sein Referendariat ableistete. Seit knapp 18 Jahren ist er in der baden-württembergischen Justiz tätig, zunächst bei der Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen, dann am Amtsgericht Donaueschingen, wo er 2013 zum Richter auf Lebenszeit ernannt wurde. Nach Abordnungen an das Oberlandesgericht Karlsruhe und das Landgericht Konstanz wurde er Ende 2019 Vorsitzender Richter am Landgericht Waldshut-Tiengen und war dort auch Ausbildungsleiter für Rechtsreferendare. Präsident Reichert beschrieb ihn als „offenen, umsichtigen, leistungsstarken, menschlich zugewandten, ideenreichen und innovativen Direktor“, der sich schnell großes Vertrauen im Haus erworben habe.
Oberbürgermeister Bernd Häusler lobte den guten Draht zwischen Amtsgericht und Stadt und betonte wie wichtig es sei, miteinander im Gespräch zu bleiben, um gemeinsame Aufgaben im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung, der Prävention und der Betreuung hilfsbedürftiger Personen gut zu lösen.
Direktor des Amtsgerichts Stephan Elsner blickte zurück auf seinen beruflichen Lebensweg und die wichtigsten Menschen, die ihm auf diesem Weg begegnet sind. Von den Stationen in der Justiz hob er insbesondere seine Zeit am Amtsgericht Donaueschingen und am Landgericht Waldshut-Tiengen hervor. Obwohl er eigentlich ursprünglich seinen Fokus auf das Strafrecht gelegt habe, sei er in Donaueschingen mit fast jeder Rechtsmaterie außer dem Strafrecht konfrontiert worden. In Waldshut habe ihn der dortige Präsident Dr. Michael Stauß auch vielfach in Verwaltungsaufgaben einbezogen. In Singen habe er nun ein gut bestelltes Haus vorgefunden, was insbesondere denen zu verdanken sei, die während der langen Vakanz zusätzliche Aufgaben übernommen hätten, namentlich Frau Anke Baumeister, heute Direktorin des Amtsgerichts Überlingen, und Herrn Normann Michalski, dem stellvertretenden Direktor in Singen.
Anknüpfend an die Ansprache des Landgerichtspräsidenten wies Herr Elsner darauf hin, dass ein gut funktionierendes Amtsgericht ein zentraler Bestandteil des Rechtsstaats sei. Es sei Teil der Aufgaben eines Direktors und ihm ein besonders wichtiges Anliegen, dass sein Amtsgericht seinen Beitrag zu einem funktionierenden Rechtsstaat leiste. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Amtsgerichts Singen, die trotz personeller Engpässe und steigender Verfahrenszahlen durch ihren täglichen Einsatz die erforderliche Qualität sicherten, sprach er seinen tiefsten Respekt aus. Abschließend betonte Elsner, dass ihm ein Austausch und eine offene Kommunikation nicht nur intern im Gericht, sondern auch mit benachbarten Gerichten, Behörden, Ämtern, Rechtsanwälten und auch der örtlichen Presse wichtig seien.
Zusammenfassung: Stephan Elsner wurde am 6. Oktober 2026 in sein neues Amt als Direktor des Amtsgerichts Singen eingeführt. Elsner wurde am 18. Juni 2026 zum Direktor des Amtsgerichts ernannt, nachdem er das Amtsgericht Singen bereits seit Mitte Mai 2026 interimsweise geleitet hatte. Seit dem Wechsel seines Amtsvorgängers Johannes Daun als Vizepräsident des Landgerichts nach Waldshut-Tiengen im Januar 2024 war die Stelle vakant.

Das Amtsgericht Singen ist zuständig für die Gemeinden Aach, Büsingen, Engen, Gailingen, Gottmadingen, Hilzingen, Mühlhausen-Ehingen, Rielasingen-Worblingen, Singen, Steißlingen, Tengen und Volkertshausen und damit für rund 115.000 Einwohner.
Die am Amtsgericht Singen bearbeiteten Rechtsmaterien umfassen das Zivilrecht, Straf- und Ordnungswidrigkeitenrecht, Familienrecht, Betreuungsrecht, Nachlassrecht, Insolvenzrecht und Zwangsvollstreckungsrecht. Außerdem ist das Amtsgericht Singen Landwirtschaftsgericht für den gesamten Landgerichtsbezirk Konstanz.
gez. Dr. Reichert
Präsident des Landgerichts
