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Einführung der elektronischen Akte beim Landgericht Konstanz




Pressemitteilung

vom 30.10.2020

 

 

In dieser Woche hat das Landgericht Konstanz für den Zivilbereich die elektronische Akte eingeführt, nachdem sich dessen Start auch durch die Corona-Pandemie verschoben hatte.

 

Die eingehenden Verfahren werden von nun an nicht mehr als Papierakte geführt,

sondern ausschließlich elektronisch, in Form der eAkte. Schriftsätze die in elektronischer Form eingehen, werden dann unmittelbar zur eAkte genommen. Ein Ausdruck erfolgt nicht mehr. Klagen in Papierformat werden gescannt und dann zur eAkte hinzugefügt.

 

„Die elektronische Akte bedeutet eine große Umstellung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, auch für die Richterinnen und Richter“, betonte der Präsident des Landgerichts Christoph Reichert. „Obwohl wegen der Corona-Lage keine Präsenzschulungen, sondern nur online-Schulungen stattfinden können, sind sie gut vorbereitet und hochmotiviert.“ Wichtig sei, so erklärte er weiter, dass nun auch die Rechtsanwälte elektronisch mit dem Gericht kommunizierten: „Nur, wenn wir den Medienbruch auf beiden Seiten konsequent vermeiden, erreichen wir die gewünschte Beschleunigung!“

 

Ab dem 01. Januar 2022 dürfen die Anwälte ihre Schriftsätze nur noch elektronisch übermitteln.

Für die Bürger steht dagegen nach wie vor die Möglichkeit offen, sich per Post oder Fax an das Gericht zu wenden.

 

Die Einführung der eAkte bedeutet zunächst eine große Umstellung, erleichtert jedoch auch den Arbeitsalltag, da z.B. das gleichzeitige Arbeiten an der Akte durch Richterinnen und Richter, Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger sowie Servicekräfte möglich ist. Außerdem ist die eAkte jederzeit verfügbar, sie kann elektronisch durchsucht und der Akteninhalt gegliedert werden. Die Arbeit von zu Hause wird so ebenfalls vereinfacht, da nur noch das Notebook mit nach Hause genommen werden muss und keine „Aktenberge“.

 

Derzeit wird die eAkte nur für den Zivilbereich eingeführt. Im Strafbereich muss die Einführung der elektronischen Akte in Abstimmung mit Polizei und Staatsanwaltschaft

erfolgen. Die Einwicklung hierzu hat bereits begonnen, es ist mit einer Einführung in den nächsten Jahren zu rechnen.

 

Bonath

Richter am Landgericht Konstanz

- Pressereferent -

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